Von Spielen zu Entspannen: Wie Smartphones in der Kinderwelt eine Balance finden

Peggy Karmrodt • 3. Oktober 2023

Mein Kind hat keinen Stress, das sitzt ja den ganzen Tag vor dem Handy

Nachdem ich in meinem letzten Blogartikel darüber geschrieben habe, was Kinderentspannung ist und wofür sie gut ist,

Entspannungstipps für coole Kids

möchte ich mich heute einmal eines Themas widmen, dass mich sehr beschäftigt.

Kurz zur Situation:

Es ist Sommer und wir sind beim Stadtfest. Dort treffen wir eine befreundete Familie, die wiederum mit einer mir unbekannten Familie zusammensteht.

Die befreundete Familie gratuliert mir zu meinem mutigen Schritt, mich selbstständig zu machen und fragt, wie es denn läuft.

Der Mann der mir unbekannten Familie fragt dann, was ich denn so mache. Als ich sage, dass ich unter anderem Lerncoach, Entspannungs- und Stresspräventionstrainerin bin, kommt sofort:

"Was haben unsere Kinder denn für einen Stress? Die gucken doch den ganzen Tag auf´s Handy!"


Diesen oder einen ähnlichen Satz muss ich mir immer mal wieder anhören, wenn ich erzähle, was ich tue!


Deshalb möchte ich nun einmal die Gelegenheit nutzen, um ein wenig meine Sicht der Dinge zu erzählen.


Hier sind einige Punkte:


1. Digitale Überlastung: Es ist wichtig zu verstehen, dass langes Sitzen vor dem Handy durchaus Stress verursachen kann, auch wenn es auf den ersten Blick entspannt wirken mag. Langes Sitzen vor dem Handy kann nämlich zu digitaler Überlastung führen, da das Gehirn kontinuierlich Informationen aufnimmt. Dies kann nicht nur zu Stress, sondern auch Ermüdung führen.


2. Soziale Isolation: Exzessive Handy-Nutzung kann dazu führen, dass Kinder soziale Kontakte vernachlässigen, was wiederum Stress verursachen kann, da soziale Interaktion für die emotionale Gesundheit wichtig ist. Über WhatsApp und Co. kommunizieren sie natürlich gern und lang, aber wir wissen alle, dass Geschriebenes oft ganz anders verstanden wird, als es gemeint war. Außerdem fehlt ja die Mimik und man hört auch nicht WIE es gesagt wird. Dies kann sogar soweit gehen, dass die Kinder gar nicht mehr erkennen: wie fühlt sich der Andere gerade oder wie hat er etwas gerade gemeint. (Corona mit den Masken vor dem Gesicht hat hier ja auch nicht gerade geholfen)


3. Schlafstörungen: Die Verwendung von Handys vor dem Schlafengehen kann den Schlaf beeinträchtigen, was zu Schlafmangel und damit verbundenem Stress führen kann.


4. Inhalte und Cybermobbing: Kinder könnten auf problematische Online-Inhalte stoßen oder Opfer von Cybermobbing werden, was erheblichen emotionalen Stress verursachen kann.


Insgesamt ist es ratsam, die Bildschirmzeit zu überwachen und sicherzustellen, dass sie in einem ausgewogenen Verhältnis zu anderen Aktivitäten steht, um die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden Ihres Kindes zu gewährleisten.


Während die Punkte 2-4 ziemlich klar sind, möchte ich noch einmal auf die Digitale Überlastung eingehen, da ich denke, dass dies noch immer nicht so im Blickfeld steht.


Digitale Überlastung, auch als "Digitale Erschöpfung" oder "Digital Burnout" bezeichnet, ist ein Zustand, bei dem eine Person aufgrund übermäßiger und anhaltender Nutzung digitaler Geräte und Technologien wie Computer, Smartphones und Tablets ein erhöhtes Maß an Stress und Ermüdung erfährt.  (Sehr wissenschaftlich erklärt, ich weiß, aber die beste Definition, die ich finden konnte, um es zu erklären)


Dieser Zustand tritt aufgrund mehrerer Faktoren auf:


1. Informationsflut: Durch die ständige Verfügbarkeit von Informationen, Nachrichten, sozialen Medien und E-Mails können Menschen von einer überwältigenden Menge an Daten überflutet werden. Vor allem Kinder können hiermit meist nur schwer umgehen.


2. Permanente Erreichbarkeit: Die Erwartung, immer erreichbar zu sein, kann Stress verursachen. Ich glaube, das kennen wir ja alle sehr gut oder?


3. Multitasking: Die gleichzeitige Bewältigung mehrerer digitaler Aufgaben kann zu einer Verringerung der Konzentration und zu einer Zunahme von Stress führen. Viele Kids versuchen aber genau das.


4. Soziale Medien: Der Druck, in sozialen Medien aktiv zu sein und sich mit anderen zu vergleichen, kann zu psychischem Stress und Unzufriedenheit führen.


Digitale Überlastung kann zu physischen und psychischen Gesundheitsproblemen wie Schlafstörungen, Reizbarkeit, Erschöpfung und Depressionen führen. Es ist daher wichtig, bewusst auf den eigenen Umgang mit digitalen Geräten zu achten und regelmäßige Pausen einzulegen, um diese Art von Stress zu reduzieren.


Eines steht fest: wir werden Handy, PC und Co nicht aus den Kinderzimmern verbannen können. Im Gegenteil: wenn das Kind ohne Handy, PC u.ä. aufwächst, wird es leider schnell zum Außenseiter. Dies ist meiner Meinung nach aber auch nicht notwendig. 

Persönlich finde ich es daher wichtig, dass Kinder wissen, wie sie mit diesem Stress umgehen können. Ein Mittel kann Entspannung sein. Weitere Tipps findest du auch in meinem letzten Blogartikel (Link siehe oben) oder auch auf Facebook und Instagram. (Wieder die sozialen Medien, ich weiß. Aber ich denke, lieber weniger Menschen folgen, dann aber denen, die Mehrwert bringen.)


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Peggy Karmrodt

ist ganzheitliche Kinder- und Jugendcoachin mit Schwerpunkt auf Lerncoaching. Sie unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, ihren eigenen Weg des Lernens zu entdecken – individuell, ressourcenorientiert und mit Freude. In ihrer Arbeit verbindet sie fundiertes Wissen über Lernprozesse mit einem feinen Gespür für kindliche Bedürfnisse. Ihr Ziel: Lernen darf wieder Spaß machen – mit Vertrauen, Motivation und einem gestärkten Selbstwert. Neben der Arbeit mit den Kindern begleitet Peggy auch die Eltern, um eine entspannte und unterstützende Lernatmosphäre zuhause zu schaffen.

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